»kammerton a’a«

Aalen nach dem Krieg | Ein Hörpoem

Erhältlich in 2 Versionen:

Reguläre Auflage der CDr »kammerton a’a«


Reguläre Auflage:
* CD-& Foto-Hülle aus naturfarbenen Kraftkarton (13,8 x 18,8 cm), mit textilumflochtener Gummikordel
* Handgestempelt
* 29 Tracks (71 Min).
* CDr im Vinyl-Look mit tastbaren Rillen und schwarzer Rückseite, per Hand zweifarbig gestempelt
* 8 zum Teil historische Fotoreproduktionen (2 Farbe, 6 s/w)
* Din A 4 Reproduktion 1 Seite (beidseitig bedruckt) »Amtsblatt für den Landkreis Aalen Nr. 1« (5.6.1945), auf Büttenpapier Wellenrand)
*Folder aus Büttenpapier (Wellenrand) mit Infos zu CD, Tracks und Mitwirkenden
* Cremegelber Papierstreifen mit Reproduktion alter Aalener Kulturanzeigen

Preis: 22 Euro zzgl Porto
Bestellungen an: E-Mail martynschmidt (at) posteo.de
Oder über Bandcamp: https://martynschmidt.bandcamp.com/merch/kammerton-aa

»Balluff-Edition« | limitierte Auflage, 30 Exemplare

»Balluff-Edition« | limitierte Auflage, 30 Exemplare

* Im Din A 5 Schachtel aus Kraftkarton (naturfarben), von Hand gestempelt (historische Original-Stempelrepro) und handnummeriert

* Extra-CD »Schwebungen« mit 3 Ambient/Drone-Tracks (39 Min), basierend auf den Klängen eines Hägelklaviers, handbeschriftet und handnummeriert

1 Klaviermechanik Teil Hämmerchen
1 Tütchen (handgestempelt) mit Klavierholzspänen und 1 metallener Stimmwirbel
2 Teile Klaviersaite

3 große historische Bildreproduktionen (20 x 15 cm)
1 historische Bildreproduktion 9 x 12 cm
1 Din A 4 Reproduktion »Brief« auf Büttenpapier (Wellenrand)

Preis: 30 Euro zzgl Porto
Bestellungen an: E-Mail martynschmidt (at) posteo.de
Oder über Bandcamp: https://martynschmidt.bandcamp.com/merch/kammerton-aa-balluff-edition-limitierte-auflage-30-exemplare


Über »kammerton a’a«:

Mitwirkende:
Erwin Hafner – Langjähriger SchwäPo-Chefredakteur • Träger des Bundesverdienstkreuzes • Zeitzeuge
Klaus Striegel – Klavierbaumeister | Meisterwerkstatt für Tasteninstrumente Aalen-Ebnat
Hermann Mößner – Essingen | Sohn des Klavierstimmers Eugen Mößner (Bild), Klavierfabrik Hägele Aalen
Anne Kullmann – Literaturredakteurin und Leiterin des Literatur-Treffs Aalen

Konzept, Komposition, Interviews, Hägele-Klavier: Martyn Schmidt

Die einstige Aalener Klavierfabrik Haegele (1866 – 1973) in der Bahnhofstraße diente von Mai 1945 bis 1947 als ein Ort der Spruchkammerverfahren (Entnazifizierung). Aalens erster Nachkriegsbürgermeister Karl Otto Balluff, der heuer 125 Jahre alt geworden wäre, war gelernter Klaviermechanikmacher.

Im 75. Gedenkjahr des Kriegsendes zeichnet »kammerton a’a« auf poetische Weise ein Bild, wie die Stadt Aalen 1945 und in den Folgejahren gleich einem Klavier neu gestimmt und repariert wird: Das Spannen neuer Saiten und neues Spiel der Klaviatur entlockt der Nachkriegsstadt erste demokratische Melodien. Im besonnenen Stimmvorgang und im Justieren der Schrauben der soziokulturellen Mechanik wird auf der Ostalb der Nach-NS-Zeit der Weg frei für einen Klang der Freiheit, der bis heute in die Resonanzräume von Frieden und Demokratie nachhallt.

Der aus Aalen stammende Klangkünstler und Dichter Martyn Schmidt schuf 71 Minuten mit 29 Kapitel Klanggedicht zwischen dokumentarischer Soundart und kunstvollem Radiofeature. O-Töne von Zeitzeugen (wie von dem ehemaligen Chefredakteur der Schwäbischen Post Erwin Hafner) treffen auf Piano-Klangkunst und Field Recordings (Stadt- und Natur-Tonaufnahmen).

Bei der Recherche und Bildfreigabe unterstützt vom Stadtarchiv Aalen ist das Hörstück das Ergebnis langer und aufwendiger Recherche, persönlicher Treffen und Interviews, O-Ton- Aufnahmen, Soundart-Konzeption, heutiger Klangnahmen damaliger Schauplätze, Klavierwerkstattbesuchen und musikalischer Komposition.

Der Titel: »kammerton a’a«
Der Titel des Klangstücks »kammerton a’a« greift die Thematik auf verschiedenen Ebenen auf: Zum einen gilt der Kammerton als allgemeingültige Referenz beim Stimmen von Musikinstrumenten , zum anderen spielt der Wortteil Kammer auf das Spruchkammer-Verfahren während der Entnazifizierung an. »a’a« steht nebst für den ein-gestrichenen Notenklang a auch für das Kürzel AA wie Aalen. Der Oktavsprung vom einem A zum A taucht dabei im Hörstück wiederholt als musikalisches Motiv auf.

Das Klangkonzept der Musik
Zentrales Klangmaterial sind Klänge, Korpus, Knarzen, Mechanik und Bauteile eines Aalener Haegele-Klaviers, dazu die Arbeitsgeräusche aus einer Klavierwerkstatt sowie Field Recordings (Vor-Ort-Aufnahmen). Die Klänge des Haegele-Klaviers wurden bisweilen durch modernes, digitales Sound Processing tontechnisch bearbeitet und verfremdet und dem Instrument so neue Klangwelten entlockt. An einigen Stellen wird sogar historisches Audiomaterial aus dem Nationalarchiv der Vereinigten Staaten, der National Archives and Records Administration (Washington) verwendet.

Die beitragenden Personen und Orte – ihre Stimmen und Klanggeschenke: Die Werkstattklänge stammen aus dem Arbeitsatelier des in Ebnat ansässigen Klavierbaumeisters Klaus Striegel. Er erzählt auch von der Historie der Aalener Hägele-Klaviers und liest einen Auszug aus dem Schubart-Gedicht »Serafina an ihr Klavier«. Der ehemalige Schwäpo-Chefredakteur und Aalener Urgestein Erwin Hafner erzählt bewegend von seinen Erlebnissen als junger Heranwachsender in der Zeit nach 1945. Hermann Mößner (Essingen) erzählt von seinem Vater Eugen Mößner, der 50 Jahre lang bei Klavier Hägele arbeitete und waltete. Die Aalener Literaturexpertin Anne Kullmann, Redakteurin beim Aalener Kulturjournal und Leiterin des Literatur-Treffs in der Stadtbücherei Aalen, konnte für eine Lyrik-Rezitation gewonnen. Sie liest das Gedicht »Mein blaues Klavier« der jüdischen Dichterin Else Laske-Schüler. Das Poem ist Grundstock eines auf »kammerton a’a« befindlichen Stücks, dass der Aalener Jüdin Fanny Kahn gewidmet ist: Fanny Kahn, ermordet 1942 im Alter von 71 Jahren im Vernichtungslager Treblinka, verdiente sich in Aalen ein Zugeld durch Flügelunterricht.

»kammerton a’a« endet mit einer Aufnahme der Glockenschläge des Mahnmals auf der Schillerhöhe und Abendklängen der im Tal liegenden Stadt. Jährlich zum Volkstrauertag findet in Aalen dort ein Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft statt.

Auch der Klangkünstler Martyn Schmidt ergänzt die Aufnahmen mit Wortbeiträgen, so zum Beispiel der Rezitation einer Passage aus dem Klavierbau-Standartwerk »Taste und Hebeglied des Klaviers« (1920) von Dr. Walter Pfeiffer. Für das Projekt »kammerton a’a« gab das international renommierte Flügel- und Klavierfabrik Carl A. Pfeiffer GmbH & Co. KG das entsprechende Copyright aus dem Familienbesitz frei.

Klavierstadt und Aalener Freiheitsklang

Neben der einstigen Klavierfabrik Hägele und dem Klaviervirtuosen Victor Schwinghammer machen nicht nur zeitgenössische Pianisten wie Edgar Mann, Elias Opferkuch, Hans-Roman Kitterer und Claus Wengenmayr Aalen zu einer Klavierstadt. Nicht zu vergessen ist hier auch hier der Literat, Komponist und Pianist Christian Friedrich Daniel Schubart, der als Klavierspieler mit »Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst« (1806) ein wichtiges Werk in der Geschichte der Musiktheorie verfasste. Das vom Wert der Demokratie geprägte Konzeptstück »kammerton a’a« erinnert mit zwei Stücken an den in Aalen aufgewachsenen Freiheitskämpfer Schubart.

In das Klanggeschehen vom »kammerton a’a« sind Tonaufnahmen folgender Aalener Orte eingewoben: Bahnhofstraße, Hauptbahnhof Aalen und Vorplatz, Oesterleinstraße (einst Kanalstraße, Wohnstraße von Fanny Kahn), Fanny-Kahn-Weg, Nördlicher Stadtgraben, Spitalgasse, Marienkirche und Salvatorkirche, Mahnmal auf der Schillerhöhe.

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